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Depression

Von der Erstdiagnose bis zur therapieresistenten Depression

Depression ist mehr als Traurigkeit. Sie betrifft Antrieb, Konzentration, Schlaf, Appetit – und oft das gesamte Erleben. Viele Betroffene beschreiben ein Gefühl innerer Leere oder Gefühllosigkeit.

Neurobiologisch lässt sich Depression als Störung der Netzwerk-Kommunikation im Gehirn verstehen. Bestimmte Netzwerke – etwa die für Grübeln und Selbstbezug – sind überaktiv, während andere – etwa die für Handlungsplanung und Konzentration – unteraktiv sind.

Depression ist behandelbar
Auch bei lang bestehender oder schwerer Depression gibt es wirksame Behandlungsoptionen. Eine sorgfältige Diagnostik ist der erste Schritt.

Typische Beschwerden

Anhaltende Niedergeschlagenheit oder Leere
Verlust von Interesse und Freude
Erschöpfung, auch ohne körperliche Anstrengung
Schlafstörungen (zu wenig oder zu viel Schlaf)
Konzentrations- und Entscheidungsschwierigkeiten
Grübeln, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle
Sozialer Rückzug
Körperliche Beschwerden ohne klare Ursache

Diagnostik

Eine sorgfältige Diagnostik ist die Grundlage jeder Behandlung. Wir klären:

1

Symptomatik und Verlauf

Wie zeigt sich die Depression? Seit wann? Gab es frühere Episoden?

2

Differentialdiagnose

Andere Erkrankungen ausschließen (z.B. Schilddrüse, Schlafstörungen, ADHS)

3

Organmedizinische Abklärung

Laboruntersuchung, bei Bedarf weitere Diagnostik (z.B. cMRT)

Warum eine genaue Diagnostik wichtig ist
Ähnliche Symptome können unterschiedliche Ursachen haben. Eine fundierte Diagnostik schützt vor Fehlbehandlung.

Therapieresistente Depression

Von therapieresistenter Depression spricht man, wenn mindestens zwei Antidepressiva in ausreichender Dosis und Dauer nicht ausreichend gewirkt haben. Das betrifft etwa 30% aller Patienten mit Depression – und ist einer unserer Schwerpunkte.

Therapieresistenz bedeutet nicht Hoffnungslosigkeit
Dass bisherige Behandlungen nicht ausreichend gewirkt haben, sagt nichts über die zukünftigen Erfolgschancen aus.

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)

Nicht jeder Mensch verstoffwechselt Medikamente gleich. Mit TDM messen wir den tatsächlichen Medikamentenspiegel im Blut. So lässt sich erkennen, ob ein Medikament zu niedrig dosiert, zu hoch dosiert oder optimal eingestellt ist. Wir arbeiten hierfür mit Labor28 Berlin zusammen.

Weitere Strategien

  • Augmentation: Ergänzung mit Lithium oder anderen Substanzen
  • Kombinationsbehandlung: Zwei Antidepressiva mit unterschiedlichem Wirkmechanismus
  • Wechsel der Substanzklasse: Manchmal wirkt ein anderes Medikament besser

rTMS (repetitive transkranielle Magnetstimulation)

rTMS ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem bestimmte Hirnareale durch Magnetimpulse stimuliert werden. Bei therapieresistenter Depression zeigt rTMS Ansprechraten von 30–50%. Wir stellen die Indikation für rTMS und planen die Behandlung gemeinsam. Unser Ziel ist es, rTMS im Laufe des Jahres 2026 in der Praxis anzubieten. Bis dahin vermitteln wir an spezialisierte Zentren.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Verlauf:

Medikation

Individuelle Auswahl von Antidepressiva je nach Symptomprofil, Vorbehandlung und Verträglichkeit

Psychotherapie

Kognitive Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische oder psychodynamische Verfahren. Kapazitäten sind begrenzt

Kombinationsbehandlung

Medikation und Psychotherapie ergänzen sich besonders bei mittelschwerer bis schwerer Depression

Termin und Ablauf

Termine sind meist innerhalb weniger Tage verfügbar. Diagnostik und Behandlung sind auch auf Englisch möglich.