Depression
Von der Erstdiagnose bis zur therapieresistenten Depression
Depression ist mehr als Traurigkeit. Sie betrifft Antrieb, Konzentration, Schlaf, Appetit – und oft das gesamte Erleben. Viele Betroffene beschreiben ein Gefühl innerer Leere oder Gefühllosigkeit.
Neurobiologisch lässt sich Depression als Störung der Netzwerk-Kommunikation im Gehirn verstehen. Bestimmte Netzwerke – etwa die für Grübeln und Selbstbezug – sind überaktiv, während andere – etwa die für Handlungsplanung und Konzentration – unteraktiv sind.
Typische Beschwerden
Diagnostik
Eine sorgfältige Diagnostik ist die Grundlage jeder Behandlung. Wir klären:
Symptomatik und Verlauf
Wie zeigt sich die Depression? Seit wann? Gab es frühere Episoden?
Differentialdiagnose
Andere Erkrankungen ausschließen (z.B. Schilddrüse, Schlafstörungen, ADHS)
Organmedizinische Abklärung
Laboruntersuchung, bei Bedarf weitere Diagnostik (z.B. cMRT)
Therapieresistente Depression
Von therapieresistenter Depression spricht man, wenn mindestens zwei Antidepressiva in ausreichender Dosis und Dauer nicht ausreichend gewirkt haben. Das betrifft etwa 30% aller Patienten mit Depression – und ist einer unserer Schwerpunkte.
Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)
Nicht jeder Mensch verstoffwechselt Medikamente gleich. Mit TDM messen wir den tatsächlichen Medikamentenspiegel im Blut. So lässt sich erkennen, ob ein Medikament zu niedrig dosiert, zu hoch dosiert oder optimal eingestellt ist. Wir arbeiten hierfür mit Labor28 Berlin zusammen.
Weitere Strategien
- Augmentation: Ergänzung mit Lithium oder anderen Substanzen
- Kombinationsbehandlung: Zwei Antidepressiva mit unterschiedlichem Wirkmechanismus
- Wechsel der Substanzklasse: Manchmal wirkt ein anderes Medikament besser
rTMS (repetitive transkranielle Magnetstimulation)
rTMS ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem bestimmte Hirnareale durch Magnetimpulse stimuliert werden. Bei therapieresistenter Depression zeigt rTMS Ansprechraten von 30–50%. Wir stellen die Indikation für rTMS und planen die Behandlung gemeinsam. Unser Ziel ist es, rTMS im Laufe des Jahres 2026 in der Praxis anzubieten. Bis dahin vermitteln wir an spezialisierte Zentren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Verlauf:
Medikation
Individuelle Auswahl von Antidepressiva je nach Symptomprofil, Vorbehandlung und Verträglichkeit
Psychotherapie
Kognitive Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische oder psychodynamische Verfahren. Kapazitäten sind begrenzt
Kombinationsbehandlung
Medikation und Psychotherapie ergänzen sich besonders bei mittelschwerer bis schwerer Depression
Termin und Ablauf
Termine sind meist innerhalb weniger Tage verfügbar. Diagnostik und Behandlung sind auch auf Englisch möglich.