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Autismus-Spektrum-Störungen

Abklärung und Begleitung für Erwachsene

Viele Erwachsene erkennen erst spät, dass ihre Wahrnehmung und ihr Erleben sich grundlegend von dem anderer Menschen unterscheiden. Was lange als Eigenart, Schüchternheit oder einfach „anders sein" galt, bekommt manchmal erst nach Jahren einen Namen.

Eine Diagnose im Erwachsenenalter kann entlastend sein – sie erklärt Erfahrungen, die bisher schwer einzuordnen waren. Sie ist aber auch ein Prozess, der sorgfältig geführt werden sollte.

Autismus ist keine Krankheit
Autismus ist keine Erkrankung im klassischen Sinn, sondern eine andere Art, wie das Gehirn Informationen verarbeitet. Schwierigkeiten entstehen oft erst im Zusammenspiel mit den Anforderungen der Umwelt.

Neurobiologischer Hintergrund

Soziale Kognition: Mimik, Gestik und unausgesprochene Regeln werden weniger intuitiv erfasst
Sensorische Verarbeitung: Reize können intensiver oder anders wahrgenommen werden
Informationsverarbeitung: Oft detailorientiert, mit Stärken in Mustererkennung und Systematisierung

Diese Unterschiede sind nicht grundsätzlich pathologisch – sie können aber zu erheblichem Leidensdruck führen, besonders wenn wenig Spielraum für individuelle Anpassung besteht.

Warum eine Diagnose im Erwachsenenalter?

Erschöpfung durch ständiges Anpassen (Masking)
Lebenskrisen oder Übergänge, die Kompensation überfordern
Begleiterkrankungen wie Depression, Angst oder ADHS
Eigene Recherche oder Hinweise von Angehörigen

Diagnostik

1

Ausführliche Anamnese

Lebensgeschichte, Entwicklung, aktuelle Schwierigkeiten und individuelle Stärken.

2

Standardisierte Fragebögen

Validierte Selbstbeurteilungsinstrumente zur Einschätzung autismustypischer Merkmale.

3

Fremdanamnese

Wenn möglich Gespräche mit Angehörigen oder Bezugspersonen aus der Kindheit.

4

Dokumentensichtung

Schulzeugnisse, frühere Befunde oder Berichte als ergänzende Informationsquelle.

5

Differentialdiagnostik

Abgrenzung zu ADHS, Angststörungen oder Persönlichkeitsakzentuierungen.

Sorgfalt geht vor Schnelligkeit
Autismus wird heute häufiger vermutet als früher – nicht immer zu Recht. Wir stellen Diagnosen nur, wenn die Kriterien tatsächlich erfüllt sind. In manchen Fällen empfehlen wir eine Abklärung in spezialisierten Zentren.

Nach der Diagnose

Beratung

Einordnung der Diagnose und Unterstützung im Umgang mit der neuen Perspektive auf die eigene Lebensgeschichte.

Behandlung von Begleiterkrankungen

Depression, Angst, Erschöpfung oder ADHS – medikamentös und/oder psychotherapeutisch.

Unterstützung bei nächsten Schritten

Psychotherapie, Selbsthilfeangebote und ggf. Nachteilsausgleiche.

Autismus selbst wird nicht „behandelt" – die Lebensqualität lässt sich aber oft deutlich verbessern.

Kosten

Die Diagnostik wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Auf Wunsch erstellen wir vor Beginn einen Kostenvoranschlag, den Sie bei Ihrer Versicherung einreichen können.

Die Gesamtkosten hängen vom Umfang der Diagnostik ab (mit oder ohne Fremdanamnese, Dokumentensichtung etc.). Wir besprechen den individuellen Ablauf und die voraussichtlichen Kosten im Erstgespräch.

Termin und Ablauf

Termine sind meist innerhalb weniger Tage verfügbar. Der Ablauf umfasst in der Regel ein Erstgespräch, eine Diagnostikphase mit mehreren Terminen sowie eine ausführliche Befundbesprechung.

Diagnostik und Beratung sind auch auf Englisch möglich.

Autismus und ADHS

Autismus und ADHS
Viele unserer Patienten kommen mit Verdacht auf beide Diagnosen. Wir haben Erfahrung in der differenzialdiagnostischen Abklärung und können einschätzen, ob eines, beide oder keines der beiden Bilder vorliegt. Mehr über ADHS-Diagnostik →